Interview mit Inhaber Oliver Fink

Charlotte W.-S., Journalistin, im Interview mit Oliver Fink

Charlotte: Was machst Du, was bietest Du an? Bitte in zwei Sätzen.
Oliver: Ich gestalte Kommunikation für Menschen und Marken.

Charlotte: Das war nur ein Satz.
Oliver: Gut beobachtet.

Charlotte: Ich kann ja zuhören.
Oliver: Dann verstehst Du bereits das Wesentliche in der persönlichen Kommunikation.

Charlotte: Was sind dann die unwesentlicheren Punkte?
Oliver: Das heißt nicht, dass Angemessenheit von Sprache und Ausdruck, Kontextsensualität, Eigenwahrnehmung, Ich-Botschaften, rhetorische Kompetenzen usw. nicht so wichtig wären.

Charlotte: Wir sind, glaube ich, bereits zu tief gerutscht, mancher weiß ja gar nicht, wer Du überhaupt bist. Wie bist Du zur Gründung der FINK DIFFERENT Kommunikationsberatung im Jahr 2003 gekommen?
Oliver: Ich bin bei einer Eventagentur als Senior Consultant rausgeflogen, das schreckliche Ereignis 9/11 hat der Branche in den Folgejahren stark zugesetzt. Ich wurde aber mit einem festfreien Freelancervertrag als Starthilfe in die Selbstständigkeit weich aufgefangen. Das war im Juli 2003. Seitdem arbeite ich auf eigenem Namen unter FINK DIFFERENT Kommunikationsberatung.

Charlotte: Warum FINK DIFFERENT, das ist ein seltsamer Name?
Oliver: Es war eine Hommage an das Unternehmen Apple, für das ich zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn arbeitete.

Charlotte: Erzähle mehr.
Oliver: Wir hatten damals in Stuttgart eine Vertriebszentrale für den Bereich Agenturen, Verlage und Marketingabteilungen in größeren Unternehmen in der DACH-Region. Ich arbeitete im Vertrieb. Apple nutzte den Slogan „Think different “als Antwort auf den Claim von IBM „Think“. Und ich setzte meinen Nachnamen dafür ein. Aus dem „Sprachfehler“ wurde also mein Firmenname. Eine liebevolle Freundin hat mich in einem sehr kreativen Gespräch drauf gebracht. Und daraus wurde auch der Ansatz, den ich seitdem verfolge: Denke es anders, mache es besser, gestalte Dein eigenes Ding, dann hast Du auch Chancen, Dich unverwechselbar im Markt zu positionieren. Denke anders. FINK DIFFERENT eben. Ich sage gerne: Es kommt anders, wenn man denkt.

Charlotte: Schön, habe ich verstanden. Wie und wo arbeitest Du in diesem weiten Feld der Kommunikation? Du hast dermaleinst als Schriftsetzer begonnen, hast Marketing- und Kommunikationswirtschaft studiert, warst Designer und Copywriter, bzw. bist Du ja immer noch, hast in einigen Agenturen in München und der Schweiz gearbeitet und bist dann wieder im Großraum Stuttgart gelandet. Und nun auch als Trainer, Moderator und Coach?
Oliver: Richtig. Auch als Dozent für diese Themen.

Charlotte: Okay, das wird immer mehr …
OIiver: … und doch ist es organisch gewachsen, aus Aufträgen heraus, aus dem Vertrauen in meine Person und meine Kompetenzen. Kommunikation hat viele Facetten, aber ein Gerüst, das alles zusammenhält. Verbindung, Beziehung, Austausch, Gestalt, Form, Wirkung usw. Das ist das Gerüst. Da haben viele Disziplinen Platz.

Charlotte: Also eher ein Generalist.
Oliver: Auf jeden Fall, ein auf Kommunikation spezialisierter Generalist. So in etwa.

Charlotte: Okay, ein Mann des Wortes, wie ich mal über Dich gelesen habe. Hältst Du auch Dein Wort oder sprichst Du es nur gelassen aus?
Oliver: Frage meine Kunden, meine Freunde, meine Familie. 

Charlotte: Ich kürze das mal ab, Du hast wenig Zeit.
Oliver: Wer anäheres wissen möchte, ist herzlich willkommen.. 

Charlotte: Dein Lieblingsbuch im beruflichen Bereich?
Oliver: Da gibt es einige. Zur Zeit ist es ein Buch, in dem Copywriter über ihren Job sprechen. Es heißt „The Copy Book“. Eine unglaublich inspirierende Quelle. Die richtig guten und großen Texter kommen da zu Wort. Und dann habe ich den alten Bestseller von 1984 vor ein paar Tagen wieder mal in die Hand genommen: „In Search of Excellence“ von Peters und Waterman. Bis heute ein Muss für alle Unternehmer und Führungskräfte.

Charlotte: Du liebst Bücher?
Oliver: Habe nie genug und immer zu viele.

Charlotte: Und privat?
Oliver: Da lese ich am liebsten in der Bibel. 

Charlotte: Gläubig also?
Oliver: Ja, aber nicht religiös, eher ins Evangelium verliebt.

Charlotte: Was ist der Unterschied?
Oliver: Für mich ist Religion der Weg, den Menschen sich ausdenken, um zu Gott oder zu etwas Höherem zu kommen. Mit vielen Regeln, Ritualen, Verzichten, Gewohnheiten usw. Das Evangelium Christi ist jedoch ein personifiziertes Angebot Gottes an die Menschen, also genau andersherum. Durch Religion haben wir oft Streit und Krieg, durch das Evangelium haben wir hingegen Gemeinschaft, Freiheit und Frieden. Und etwas ganz Einzigartiges: die Gnade. Aber das führt hier zu weit.

Charlotte: Muss ich drüber nachdenken.
Oliver: Gute Idee, es lohnt sich.

Charlotte: Dein Antrieb Oliver. Was treibt Dich jeden Tag erneut an, das zu tun, was Du tust?
Oliver: Im Innersten sind es zwei Dinge: Kommunikation ist für mich unerschöpflich, ich arbeite mich daran nie ab, immer wieder kommen neue Aspekte hinzu, im Gestalten, im Schreiben, im Sprechen, im Vermitteln, in der Rhetorik, in der Umsetzung, in Konfliktgesprächen, in Trainings usw. Das hat viel mit meiner Art des Denkens zu tun. Wie ich denke, so kommuniziere ich auch – klingt logisch. Und ich kann ganz gut vernetzt, systemisch, assoziativ und ganzheitlich denken und das bildet genau mein Thema, meine Berufung ab – auf dem weiten Feld der Kommunikation.

Charlotte: Und Ding No. 2?
Oliver: Mein zweites Motiv geht noch tiefer. In der Kommunikation liegt das Potenzial für Wohlstand und Frieden. Wohlstand heißt für mich: Alle Menschen verfügen über das, was sie für ein gesundes und erfülltes Leben brauchen. Sie reden miteinander über ihre Bedürfnisse, sie finden Lösungen, sie kommen klar miteinander, vereinbaren ein Ziel und sorgen sich um die Zielerreichung. Geld spielt dabei eine Nebenrolle. Aber auch das ist sehr wichtig, vor allem eine gerechte und leistungsorientierte Verteilung. Frieden heißt für mich: eine Übereinkunft zu erreichen und zu erhalten, trotz unterschiedlicher Bedürfnisse und Andersartigkeiten. Und alles verankert in einem Wertegerüst, das der Architektur unserer sichtbaren und unsichtbaren Schöpfung entspricht.

Charlotte: Du haust hier Dinger raus … 
Oliver: Ich kann auch substanziell, nicht nur locker Charlotte. 

Charlotte: Ja, ich merke es. 
Oliver: Frage bitte weiter, es sollte ein Kurzinterview werden, sagtest Du.

Charlotte: Es macht aber gerade Spaß, hinter dieser Leichtfüßigkeit Deine Tiefgründigkeit sprechen zu hören. Wann oder mit was sollten Unternehmen, Organisationen und Menschen, wie Du das so gerne ausdrückst, zu Dir kommen?
Oliver: Ganz einfach: Wenn es in der Kommunikation nicht mehr klappt. Und wenn sie Ideen brauchen. Oder überzeugende Konzepte, elegante Entwürfe oder Texte. Oder Namen für Produkte, Claims für das Leitbild usw. Sie sind bei mir richtig, wenn die Unternehmenskultur nicht mehr konstruktiv und positiv ist, wenn Kommunikation nicht richtig fließt und auf keinem guten Niveau gelebt wird. Oder wenn die Identität nicht mehr der Wirklichkeit entspricht, wenn das CI modernisiert werden muss usw. Oder wenn sie eloquenter, sicherer und kreativer kommunizieren möchten. Man kann das alles auf meiner Website www.finkdifferent.de nachlesen, Charlotte.

Charlotte: Arbeitest Du alleine?
Oliver: Ich arbeite auch mit strategischen Partnern zusammen, in Projektteams, als Experte in Projekten. Zum Beispiel mit Albrecht Lutz, einem hervorragenden Designer, oder Jens Leonhäuser, ein excellenter Denker und Stratege, oder Pit Forster, einer der besten und erfahrensten Trainer und Kommunikationswissenschaftler Deutschlands oder auch Firmen wie MCI, die mit zu den besten und größten Live Kommunikationsunternehmen der Welt gehören. Das macht großen Spaß.

Charlotte: Oli, wir müssen aufhören
Oliver: Das stimmt. Dann schon mal vielen Dank an alle, die das Interview bisher gelesen haben.

Charlotte: Dann machen wir genau hier Schluss Oli – ich komme wieder zu Teil 2.
Oliver: Gerne, freue mich drauf Charlotte.

Weiter
Weiter

Ich weiß es nun – aber kann ich es auch?